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Hey,
wie du weißt, liebe ich Selbstexperimente. Nicht, weil ich jedem Ernährungstrend hinterherlaufe, sondern weil ich überzeugt bin, dass die besten Erkenntnisse aus den eigenen Erfahrungen entstehen. Ich möchte nicht nur Bücher lesen oder Studien zitieren, nein ich möchte selbst erleben, wie sich eine Veränderung auf meinen Körper, meine Gesundheit und meine Leistungsfähigkeit auswirkt.
Genau deshalb startete ich vor acht Monaten ein neues spannendes Ernährungsexperiment:
Ein weizenfreier Lifestyle!
Heute kann ich sagen:
Derzeit plane ich nicht, zu meiner alten Ernährung zurückkehren.
Warum ich überhaupt auf Weizen verzichtet habe
Bereits seit einigen Jahren ernähre ich mich überwiegend glutenfrei, natürlich nicht perfekt und mit gelegentlichen Ausnahmen.
Den entscheidenden Impuls bekam ich jedoch durch das Buch „Weizenwampe – Warum Weizen dick und krank macht“ von Dr. med. William Davis.
Das Buch stellte viele meiner bisherigen „Überzeugungen“ infrage. Noch wichtiger war jedoch ein anderer Grund. Unsere Tochter Elena ernährt sich bereits seit rund zwei Jahren im Rahmen ihres individuellen Förderprogramms mit Doman International weizenfrei. Für uns als Familie spielt Ernährung eine wichtige und zentrale Rolle. Ich wollte deshalb nicht nur theoretisch verstehen, welche Auswirkungen der Verzicht auf Weizen haben kann. Ich wollte denselben Lifestyle leben wie meine Tochter. Als Vater möchte ich Vorbild sein und es vorleben. Außerdem wollte ich selbst erleben, ob sich dadurch meine Gesundheit, meine Energie und meine Leistungsfähigkeit verbessern.
Warum steht Weizen in der Kritik?
Weizen gehört weltweit zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Gleichzeitig wird er seit Jahren kontrovers diskutiert.
Dr. William Davis vertritt in seinem Buch die These, dass moderner Weizen zu zahlreichen Gesundheitsproblemen beitragen kann. Viele seiner Aussagen sind umstritten und werden nicht von allen Wissenschaftlern geteilt. Dennoch gibt es Aspekte, die wissenschaftlich untersucht werden und die ich interessant finde.
Dazu gehören unter anderem:
1. Starke Blutzuckerschwankungen
Produkte aus Weißmehl werden sehr schnell verdaut.
Dadurch steigt der Blutzucker rasch an. Der Körper schüttet große Mengen Insulin aus, um den Zucker wieder aus dem Blut zu transportieren.
Die Folge können sein:
- schnelle Müdigkeit
- erneuter Hunger
- Heißhungerattacken
- Energietiefs
Genau diese Achterbahnfahrt wollte ich vermeiden.
2. Wenig Sättigung
Viele stark verarbeitete Weizenprodukte enthalten vergleichsweise wenige Ballaststoffe.
Das bedeutet:
Man isst häufig mehr, als der Körper eigentlich benötigt.
Schon kurze Zeit später meldet sich erneut Hunger.
3. Hochverarbeitete Lebensmittel
Weizen ist heute Bestandteil unzähliger Fertigprodukte wie z.B. Pizza, Burger, Brötchen, Croissants, Kuchen, Snacks, Fast Food.
Der eigentliche Weizen ist dabei oft nicht das einzige Problem. Häufig kommen große Mengen Zucker, minderwertige Fette und zahlreiche Zusatzstoffe hinzu.
Wer weniger Weizen isst, reduziert deshalb oft automatisch auch den Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel.
4. Gluten ist nicht für jeden geeignet
Menschen mit Zöliakie müssen Gluten konsequent meiden. Bei dieser Autoimmunerkrankung führt Gluten zu einer Schädigung des Dünndarms. Darüber hinaus gibt es Menschen mit einer ärztlich abgeklärten Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität, die nach glutenhaltigen Lebensmitteln Beschwerden entwickeln können. Für gesunde Menschen gibt es jedoch keine allgemeine wissenschaftliche Empfehlung, Weizen grundsätzlich zu meiden. Die Verträglichkeit ist individuell sehr unterschiedlich.
Mein Selbstexperiment beginnt
Ich beschloss, für mehrere Monate komplett auf Weizen zu verzichten. Nicht nur unter der Woche (Pareto 80/20). Nicht nur meistens. Sondern konsequent!
Ich wollte ganz genau wissen, was mit mir passiert.
Die ersten Wochen waren die „schwersten“
Ganz ehrlich? Es war für mich nicht so schwierig, als ich gedacht hatte. Es fielen viele Gewohnheiten weg:
- Brot
- Pizza
- Pasta
- Burger
- Döner
- Kuchen
- Brötchen
Man merkt erst, wie selbstverständlich Weizen zu unserem Alltag gehört, wenn man bewusst darauf verzichtet.
Beim Einkaufen musste ich nahezu jedes Etikett lesen. Im Restaurant wurde jede Bestellung komplizierter, zumal nicht jedes Personal genaustens darüber informiert ist. Und Einladungen wurden für mich plötzlich immer mehr zur Herausforderung.
Um ehrlich zu sein, fühlte es sich am Anfang an, nicht mehr Teil der Gesellschaft zu sein. Als lösungsorientierter Mensch habe ich auch hier gelernt mit dieser Situation umzugehen.
Zum Glück gibt es Alternativen
Nach einigen Wochen begann ich intensiv zu recherchieren. Besonders der Thermomix mit seinen Rezeptideen half mir enorm.
Es gibt mittlerweile hervorragende Alternativen:
- Pizzateig aus Hähnchenfleisch
- Backwaren ohne Getreide
- Zucchini- oder Gemüsenudeln
- Dönerteller mit Salat und Reis
Dadurch wurde der Alltag immer einfacher und plötzlich machte die ganze Familie mit (POV: toller Nebeneffekt).
Heute vermisse ich viele klassische Weizenprodukte überhaupt nicht mehr.
Die überraschende Veränderung
Nach einigen Wochen bemerkte ich Veränderungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Ich fühlte mich:
- leistungsfähiger
- konzentrierter
- entspannter
- ausgeglichener
- fröhlicher
- leichter (-5kg in 8 Wochen)
Vor allem fiel mir eines auf. Mein Energielevel blieb den ganzen Tag deutlich konstanter. Ich hatte kaum noch das Gefühl, nach dem (Mittag-)Essen müde zu werden. Für mich fühlt es sich so an, als ob mein Blutzucker nicht mehr ständig Achterbahn fährt. Das ist meine persönliche Erfahrung und muss nicht für jeden Menschen gleichermaßen gelten. Mich würde jedoch dein Erfahrungsbericht interessieren, schreibe mich gerne dazu an!
Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde
Nach etwa drei Wochen weizenfreier Ernährung war ich im Januar auf einem Geburtstag eingeladen. Ich war völlig naiv und unvorbereitet.
Es gab Pizza und Pasta. Natürlich…
Alles sah lecker aus und ich wollte nicht unhöflich sein. Also machte ich eine einmalige Ausnahme!
Schon während des Essens passierte etwas Merkwürdiges, denn plötzlich bekam ich starke Magenkrämpfe. Mein Bauch fühlte sich unwohl an und begann zu schwitzen. Mein Körper rebellierte regelrecht.
Natürlich kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob der Weizen die Ursache war. Es könnte auch an der Menge des Essens oder anderen Zutaten gelegen haben.
Trotzdem fand ich diese Erfahrung eigenartig und auch bemerkenswert.
Besonders deshalb, weil Dr. William Davis in seinem Buch ähnliche Reaktionen bei manchen Menschen beschreibt, die nach längerer Zeit wieder größere Mengen Weizen essen.
Für mich war das ein weiterer Anstoß, genauer auf meinen Körper zu hören und auf meine Ernährung zu achten.
Acht Monate später
Mittlerweile lebe ich seit fast acht Monaten ohne Weizen. Und ehrlich gesagt: Ich vermisse nichts!
Ganz im Gegenteil. Ich fühle mich besser als zuvor. Ich schlafe besser. Ich bin leistungsfähiger. Ich bin entspannter. Ich habe mehr Energie.
Und das Schönste: Ich lebe denselben Lifestyle wie meine Tochter Elena.
Das motiviert mich jeden einzelnen Tag umso mehr.
Mein Fazit
Dieses Selbstexperiment hat mir wieder einmal gezeigt, wie unterschiedlich Menschen auf Lebensmittel reagieren können. Ich möchte niemandem erzählen, dass Weizen grundsätzlich schlecht ist, aber ich glaube fest daran, dass es sich lohnt, den eigenen Körper besser kennenzulernen. Vielleicht reagierst auch du sensibel auf bestimmte Lebensmittel, ohne es bisher bemerkt zu haben. Ein zeitlich begrenztes, bewusst geplantes Selbstexperiment kann helfen, die eigene Ernährung besser zu verstehen. Wenn du dabei größere Veränderungen planst oder gesundheitliche Beschwerden hast, ist es sinnvoll, dies mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft abzustimmen. Für mich persönlich war der weizenfreie Lifestyle eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre und deshalb endet dieses Selbstexperiment nicht nach zwölf Monaten. Es ist nun zu meinem neuen Alltag geworden.
Denn Gesundheit beginnt nicht mit Verzicht. Gesundheit beginnt mit bewussten Entscheidungen!
Getreidefreie Grüße
Matthias
