Dr. Joe Dispenza – mein Progressive Retreat in Basel

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Hallo zusammen,

jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung.

Dieser Satz begleitet mich schon lange. Er spielt in meinem eigenen Leben eine große Rolle und passt für mich gleichzeitig sehr gut zu einem Menschen, mit dessen Arbeit ich mich inzwischen seit mehreren Jahren intensiv beschäftige: Dr. Joe Dispenza.

Seit etwa 2022 lese, höre und lerne ich immer wieder von ihm. Ich habe drei Bücher gelesen, mich mit seinen Meditationen beschäftigt und versucht, seine Gedanken über Gewohnheiten, Emotionen, das Unterbewusstsein und persönliche Veränderung besser zu verstehen. Im Jahr 2025 absolvierte ich zusätzlich seinen Online-Kurs The Formula. Je tiefer ich in diese Welt eintauchte, desto größer wurde meine Neugier.

Mich faszinierten nicht nur seine Erklärungsmodelle. Es waren vor allem die Geschichten von Menschen, die davon berichteten, wie sie durch die intensive Beschäftigung mit sich selbst ihr Leben teilweise grundlegend verändert haben. Manche dieser Geschichten betreffen sogar schwere Erkrankungen. Gerade hier ist für mich eine wichtige Grenze: Persönliche Erfahrungsberichte sind beeindruckend und können inspirieren, sie sind aber kein medizinischer Beweis dafür, dass Meditation Krankheiten heilen kann oder eine medizinische Behandlung ersetzen sollte.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wollte ich irgendwann nicht mehr nur lesen, Videos anschauen und Meditationen zu Hause ausprobieren.

Ich wollte diese Atmosphäre selbst erleben.

Also entschieden meine Frau und ich, uns etwas Besonderes zu schenken: ein gemeinsames Wochenende, aber keine klassischen Wellness-Tage mit Sauna und Massage. Wir wollten drei Tage voller Meditation, Persönlichkeitsentwicklung, neuer Erfahrungen und gemeinsamer Entdeckungsreise.

Vom 11. bis 13. September ging es für uns zum Progressive Retreat nach Basel.

Und ich kann eines direkt vorwegnehmen, es war gigantisch!!!

Doch wer ist Dr. Joe Dispenza eigentlich?

Dr. Joe Dispenza beschäftigt sich in seiner Arbeit unter anderem mit Meditation, Gewohnheiten, Emotionen und der Frage, wie Menschen ihre Denk- und Verhaltensmuster verändern können. Bekannt geworden ist er durch seine Bücher, Vorträge, Online-Kurse, Meditationen und internationalen Retreats.

Eine seiner grundlegenden Ideen hat mich von Anfang an fasziniert: Wenn wir unser Leben verändern möchten, müssen wir irgendwann damit beginnen, anders zu denken, anders zu fühlen und anders zu handeln als bisher.

Das klingt zunächst ziemlich logisch. Wenn man jedoch einmal genauer darüber nachdenkt, wird es spannend. Wie viele unserer Tage laufen nahezu automatisch ab? Wir stehen morgens ungefähr zur gleichen Zeit auf, folgen unseren bekannten Routinen, fahren zur Arbeit, beschäftigen uns mit ähnlichen Problemen, treffen dieselben Menschen und reagieren in bestimmten Situationen immer wieder auf eine ähnliche Art und Weise.

Wir denken häufig dieselben Gedanken. Wir ärgern uns über dieselben Dinge. Wir erzählen uns dieselben Geschichten…

…und gleichzeitig wünschen wir uns, dass unser Leben irgendwann anders aussieht. Genau dieser Widerspruch hat mich schon früh fasziniert.

Leben wir überhaupt in der Gegenwart?

Ein Thema, das während des Retreats immer wieder auftauchte, war unser Verhältnis zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Wie häufig bist du körperlich im Hier und Jetzt, während deine Gedanken ganz woanders sind?

Vielleicht sitzt du morgens beim Frühstück und denkst bereits an den Arbeitstag. Du liegst abends im Bett und gehst gedanklich ein Gespräch durch, das Stunden zuvor stattgefunden hat. Du ärgerst dich über eine Entscheidung von vor fünf Jahren. Oder du machst dir Sorgen über eine Situation, die vielleicht niemals eintreten wird.

Was passiert morgen?

Was ist, wenn ich scheitere?

Was denken die anderen über mich?

Was passiert beruflich?

Was ist, wenn ich krank werde?

Unser Körper befindet sich vielleicht auf dem Sofa, während unser Kopf kilometerweit entfernt ist.

Das Spannende daran ist, dass Gedanken durchaus körperliche Reaktionen hervorrufen können. Denke beispielsweise an eine Situation zurück, in der du richtig nervös, wütend oder ängstlich warst. Allein die Erinnerung kann unter Umständen wieder körperliche Reaktionen hervorrufen.

Gedanken, Emotionen und körperliche Reaktionen stehen miteinander in Verbindung. Die weitergehenden Interpretationen, die Joe Dispenza daraus ableitet, gehen teilweise allerdings über das hinaus, was wissenschaftlich eindeutig belegt ist.

Für mich bleibt unabhängig davon eine unglaublich wichtige Frage: Welche Gedanken möchte ich eigentlich jeden Tag mit mir herumtragen?

Warum ich unbedingt nach Basel wollte

Nach mehreren Jahren mit Büchern, Videos, Meditationen und The Formula kam für mich irgendwann der Punkt, an dem ich nicht mehr ausschließlich konsumieren wollte.

Ich wollte erleben und wissen, wie ein solches Retreat tatsächlich abläuft.

Wie fühlt es sich an, gemeinsam mit Tausenden Menschen zu meditieren?

Wie wird die Atemtechnik praktisch vermittelt?

Wie wirken diese langen Meditationen auf mich?

Wie fühlt sich die Atmosphäre innerhalb einer solchen riesigen Gruppe an?

Und vor allem: Was nehme ich persönlich anschließend mit nach Hause?

Dass ich diese Erfahrung gemeinsam mit meiner Frau machen konnte, machte das Wochenende für mich noch besonderer. Persönliche Entwicklung muss schließlich nicht immer alleine stattfinden. Gemeinsam etwas Neues zu erleben, darüber zu sprechen und anschließend die unterschiedlichen Wahrnehmungen miteinander zu vergleichen, war für mich ein wichtiger Bestandteil dieses Wochenendes.

Unsere Unterkunft – ein bisschen Abstand tat richtig gut

Wir waren im ibis Styles Basel City untergebracht. Für uns war das rückblickend eine richtig gute Entscheidung.

Bis zur St. Jakobshalle waren es ungefähr 20 Gehminuten. Wer die Strecke verkürzen möchte, kann einen Teil davon auch mit der Straßenbahn fahren. Für uns entwickelte sich der Fußweg allerdings fast zu einem kleinen Ritual. Morgens gingen wir gemeinsam Richtung Halle und konnten uns langsam auf das einstellen, was vor uns lag. Abends hatte der Weg eine völlig andere Funktion. Nach Stunden voller Informationen, Meditationen, Emotionen und Eindrücke war es angenehm, nicht direkt aus der Halle ins Hotelzimmer zu fallen. Wir konnten laufen, frische Luft schnappen, miteinander reden und versuchen, das Erlebte ein wenig zu sortieren. Diese 20 Minuten Abstand waren deshalb für mich keine verlorene Zeit, ganz im Gegenteil, sie gehörten zur Erfahrung dazu.

Tag 1 – über 8.000 Menschen treffen aufeinander

Der erste Tag war zunächst stark organisatorisch geprägt.

Man muss sich das einmal vorstellen: Mehr als 8.000 Menschen kommen für ein gemeinsames Retreat zusammen.

Unterschiedliche Ticketkategorien mussten organisiert werden, darunter Silber und Gold. Armbänder wurden ausgegeben und diejenigen, die eine Übersetzung gebucht hatten, benötigten zusätzlich ihre entsprechenden Geräte, auch ich hatte mich bewusst für ein Übersetzungsgerät entschieden. Mein Englisch reicht für viele Situationen problemlos aus., aber bei diesem Wochenende wollte ich nicht ungefähr verstehen, worum es geht. Ich wollte möglichst viel mitnehmen.

Wenn es um Gehirn, Körper, Emotionen, Bewusstsein, Meditation und teilweise komplexere Zusammenhänge geht, wollte ich nicht gleichzeitig überlegen müssen, ob ich gerade einen englischen Fachbegriff richtig verstanden hatte. Für mich war das die richtige Entscheidung, obwohl es etwas komisch war, da die Übersetzerin weiblich war.

…und plötzlich stand Dr. Joe auf der Bühne

Dann kam dieser Moment! Nach Jahren des Lesens, Zuhörens und Anschauens betrat Dr. Joe Dispenza tatsächlich die Bühne.

Ich saß dort und dachte mir: Jetzt bist du wirklich hier.

Interessanterweise war mein erster Eindruck aber keineswegs diese unglaubliche Ruhe oder „Energie“, die man vielleicht bei einem Meditations-Retreat erwarten würde. Eigentlich war es genau andersherum, es war hektisch.

Tausende Menschen suchten ihre Plätze. Überall Bewegung. Menschen liefen durch die Halle. Jeder wollte ankommen und gleichzeitig begann bereits das eigentliche Event. Ich beobachtete diese Atmosphäre einfach und zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass genau diese Beobachtung für mich in den nächsten beiden Tagen besonders interessant werden sollte.

Etwas veränderte sich in der Halle

Meine Frau und ich bemerkten im Laufe des Wochenendes unabhängig voneinander etwas Interessantes.

Die Stimmung veränderte sich. Natürlich ist das unsere persönliche Wahrnehmung. Ich kann keine „Energie“ in einer Halle wissenschaftlich messen und möchte das auch nicht behaupten, aber subjektiv war der Unterschied für uns deutlich.

Die Menschen wirkten zunehmend ruhiger, gelassener, offener und alles wurde weniger hektisch. Zufall? Besonders fiel uns das während der Mittagspausen auf. Man stelle sich vor, Tausende Menschen verlassen nahezu gleichzeitig eine Halle und wollen essen, trinken oder auf die Toilette. Normalerweise würde ich dabei vor allem eines erwarten: Gedränge und Hektik, doch irgendwie empfanden wir die Atmosphäre nach mehreren gemeinsamen Meditationen anders. Es wurde entspannter.

Vielleicht waren tatsächlich die Meditationen dafür verantwortlich. Vielleicht war es das gemeinsame Erlebnis. Vielleicht waren auch einfach wir selbst ruhiger geworden und nahmen deshalb unsere Umgebung anders wahr. Wahrscheinlich spielte vieles zusammen. Genau solche Beobachtungen waren aber einer der Gründe, weshalb ich dieses Retreat live erleben wollte.

Tag 2 und 3 – Lernen, verstehen, praktizieren und wiederholen

Nach dem organisatorisch geprägten ersten Tag begann für uns der eigentliche Kern des Progressive Retreats. Tag 2 und Tag 3 ähnelten sich vom grundsätzlichen Aufbau und folgten einem Prinzip, das ich persönlich als sehr wirkungsvoll empfand: Lernen, verstehen, praktizieren, reflektieren und wiederholen.

Dabei waren die beiden Tage alles andere als gemütliche Meditationstage. Das Programm begann morgens gegen 9 Uhr und dauerte teilweise bis ungefähr 20 Uhr. Wer bei einem Meditations-Retreat also an ein bisschen Entspannung, geschlossene Augen und viel Freizeit denkt, dürfte überrascht sein.

Die Tage waren intensiv und vollgepackt! Ja wie waren teilweise auch anstrengend, aber gleichzeitig unglaublich abwechslungsreich.

Dr. Joe wechselte immer wieder zwischen theoretischen Erklärungen, Meditationen, Atemübungen, Erfahrungsberichten, Motivationsvideos und praktischen Übungen. Zwischendurch gab es kurze Phasen, in denen wir uns mit unseren Sitznachbarn über das gerade Erlebte und Gelernte austauschen konnten, genau dieser Wechsel gefiel mir besonders gut. Wir bekamen nicht einfach mehrere Stunden Theorie präsentiert und gingen danach nach Hause. Wir sollten die Inhalte möglichst unmittelbar erleben und anwenden.

Erst verstehen, dann praktizieren und anschließend reflektieren. 

…und danach begann dieser Kreislauf teilweise wieder von vorne.

Für mich machte gerade diese Wiederholung einen großen Unterschied. Manche Zusammenhänge hatte ich bereits in seinen Büchern gelesen oder während meines Online-Kurses The Formula kennengelernt. Doch etwas zu lesen und etwas gemeinsam mit Tausenden Menschen praktisch zu erleben, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Joe Dispenza: Wie ein Meditations-Guru Millionen scheffelt – an einem Wochenende | Handelszeitung

 

Warum werden wir zu dem Menschen, der wir heute sind?

Eine der Fragen, die mich während dieser beiden Tage besonders beschäftigte, war: Warum denken, fühlen und handeln wir eigentlich so, wie wir es jeden Tag tun?

Unsere Persönlichkeit und unsere Sicht auf das Leben entstehen nicht einfach über Nacht. Familie, Schule, Beruf, Freundschaften und unser soziales Umfeld prägen uns. Hinzu kommen Erfolge und Niederlagen, positive Erfahrungen, Verletzungen, Ängste und schwierige Lebensphasen.

Aus diesen Erfahrungen können sich mit der Zeit bestimmte Überzeugungen über uns selbst entwickeln.

„Das kann ich nicht.“

„Ich war schon immer so.“

„Ich habe einfach keine Disziplin.“

„Ich bin nicht sportlich.“

„Ich kann nicht meditieren.“

„Ich werde sowieso scheitern.“

Das Problem ist aus meiner Sicht nicht unbedingt, dass solche Gedanken irgendwann einmal entstanden sind. Problematisch wird es, wenn wir sie jahrelang wiederholen und irgendwann überhaupt nicht mehr hinterfragen. Dann können aus Gedanken Glaubenssätze werden und aus Glaubenssätzen entsteht Verhalten.

Genau an diesem Punkt erkannte ich sehr viele Parallelen zu meiner eigenen Arbeit bei Spicy Zero!

Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung

Dieser Satz bekam während des Retreats noch einmal eine besondere Bedeutung für mich:

Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung.

Vielleicht möchtest du zehn Kilogramm abnehmen.

Vielleicht möchtest du deinen ersten Halbmarathon laufen.

Vielleicht möchtest du keinen Alkohol mehr trinken, wieder regelmäßig Sport treiben, deinen Beruf verändern oder mehr Zeit mit deiner Familie verbringen.

Noch bevor du einen Trainingsplan erstellst, deine Ernährung umstellst oder deine erste Meditation machst, muss etwas anderes passieren:

Du musst dich bewusst dafür entscheiden, etwas verändern zu wollen!

Natürlich reicht diese Entscheidung alleine nicht aus. Danach müssen Handlungen folgen. Neue Routinen müssen aufgebaut, alte Gewohnheiten hinterfragt und manche Dinge hundertfach wiederholt werden, aber ohne diese erste bewusste Entscheidung beginnt die Veränderung überhaupt nicht.

Genau deshalb konnte ich mich mit diesem Teil des Retreats so stark identifizieren.

Gedanken und Emotionen zusammenbringen

Ein weiterer zentraler Bestandteil dieser beiden Tage war die Verbindung zwischen unseren Gedanken und den damit verbundenen Emotionen.

Vereinfacht gesagt bringt es wenig, wenn ich mir jeden Morgen sage: „Ich bin erfolgreich.“

… während ich den gesamten restlichen Tag Angst davor habe, zu scheitern.

Genauso wenig reicht es aus, ständig zu denken: „Ich möchte gesund sein.“

… wenn mein tägliches Verhalten meinem Körper genau das Gegenteil vermittelt.

Oder jeden Morgen zu wiederholen: „Ich bin glücklich.“

… während ich innerlich permanent Wut, Frustration und Unzufriedenheit mit mir herumtrage.

Die Idee, die Dr. Joe immer wieder vermittelte, besteht darin, die gewünschte Zukunft nicht nur gedanklich zu formulieren, sondern sie möglichst intensiv mit den entsprechenden Emotionen zu verbinden.

Dispenza verbindet diese Vorstellungen teilweise mit Konzepten rund um das „Quantenfeld“ beziehungsweise das Universum. Diese Erklärungen sollte man meiner Meinung nach von wissenschaftlich besser untersuchten Bereichen wie Meditation, Stressregulation, Lernen, Neuroplastizität und Verhaltensänderung unterscheiden.

Für mich persönlich war ohnehin eine andere Frage entscheidender: Wenn ich genau weiß, welcher Mensch ich in Zukunft sein möchte – welche Entscheidungen würde diese zukünftige Version von mir bereits heute treffen?

…und plötzlich wird aus einer theoretischen Vorstellung etwas sehr Praktisches.

Wer möchtest du in fünf Jahren sein?

Diese Frage finde ich unglaublich spannend.

Stell dir einmal vor, du könntest dich selbst in fünf Jahren besuchen.

Wie möchtest du aussehen?

Wie möchtest du dich fühlen?

Mit welcher Energie möchtest du morgens aufstehen?

Wie möchtest du mit deiner Frau, deinem Mann oder deinen Kindern umgehen?

Wie möchtest du arbeiten?

Wie möchtest du deinen Körper behandeln?

Wie möchtest du auf Stress reagieren?

Wie fit möchtest du sein?

Welche Menschen möchtest du um dich haben?

Und vielleicht noch wichtiger:

Wie möchtest du dich selbst sehen?

Wenn dieses Bild klarer wird, kommt für mich die entscheidende Frage:

Was würde dieser Mensch heute tun?

Würde er heute trainieren?

Würde er diese Mahlzeit auswählen?

Würde er den ganzen Abend durch soziale Medien scrollen?

Würde er sich über Dinge ärgern, die er sowieso nicht verändern kann?

Würde er früher schlafen gehen?

Würde er dieses schwierige Gespräch endlich führen?

Würde er sich weiter erzählen, dass er etwas „nicht kann“?

Plötzlich wird Persönlichkeitsentwicklung sehr konkret.

Die Zukunft beginnt dann nicht irgendwann.

Sie beginnt mit den Entscheidungen, die ich heute treffe.

Meditation wurde für mich zum Training

Auch meine Sicht auf Meditation wurde während Tag 2 und Tag 3 noch einmal geschärft. Meditation bedeutet für mich nach diesem Wochenende nicht einfach, die Augen zu schließen und möglichst an nichts zu denken. Ich empfand die Meditationen teilweise tatsächlich als Training.

Es ging um Konzentration, Beobachtung, Fokussierung, Loslassen.

…und darum, die Aufmerksamkeit immer wieder bewusst zurückzuführen, denn natürlich schweifen Gedanken ab. Auch während einer Meditation denkt man plötzlich darüber nach, was man später essen möchte, was gestern passiert ist oder was man nächste Woche erledigen muss. Die eigentliche Übung besteht für mich deshalb nicht darin, niemals abzuschweifen, sondern darin, es zu bemerken und wieder zurückzukommen.

Das klingt einfach, ist es aber nicht immer! Und genau deshalb ist es Training.

Die Atemtechnik war eines meiner persönlichen Highlights

Besonders interessant war für mich die praktische Arbeit mit der Atemtechnik. Durch meine Erfahrungen mit der Wim-Hof-Methode beschäftige ich mich bereits seit längerer Zeit intensiv mit Atmung und den möglichen Auswirkungen bewusster Atemtechniken auf Körper und Geist. Trotzdem war die Herangehensweise beim Progressive Retreat anders und genau deshalb wollte ich diese Atemarbeit nicht nur theoretisch verstehen, sondern unter Anleitung selbst erleben. Unsere Atmung finde ich grundsätzlich faszinierend. Sie läuft normalerweise vollkommen automatisch ab. Wir müssen nachts nicht daran denken, weiterzuatmen. Unser Körper erledigt das für uns. Gleichzeitig können wir unsere Atmung jederzeit bewusst beeinflussen.

Stress verändert unsere Atmung.

Entspannung verändert unsere Atmung.

Sport verändert unsere Atmung.

Umgekehrt können bestimmte Atemtechniken wiederum unseren körperlichen und mentalen Zustand beeinflussen. Die Atemtechnik während des Retreats praktisch zu trainieren, gehörte deshalb für mich zu den interessantesten Erfahrungen des gesamten Wochenendes. Dabei sollte man intensive Atemübungen allerdings nicht unterschätzen. Sie können beispielsweise Schwindel oder andere deutliche körperliche Reaktionen hervorrufen und sollten deshalb entsprechend der Anleitung durchgeführt werden. Je nach gesundheitlicher Situation können bestimmte Atemtechniken auch ungeeignet sein.

Lernen durch Wiederholung

Rückblickend würde ich Tag 2 und Tag 3 deshalb mit vier Begriffen zusammenfassen: Lernen. Verstehen. Praktizieren. Wiederholen.

Genau dieser Kreislauf zog sich für mich durch das Retreat. Wir bekamen Wissen vermittelt, probierten etwas praktisch aus, reflektierten unsere Erfahrungen und beschäftigten uns anschließend erneut mit den dahinterliegenden Zusammenhängen. Das erinnerte mich stark an Sport. Niemand erwartet, nach einem einzigen Lauf einen Marathon laufen zu können. Niemand geht einmal ins Fitnessstudio und erwartet anschließend einen perfekt trainierten Körper.

Warum sollte es beim Mindset, bei Meditation oder bei unseren persönlichen Gewohnheiten anders sein?

Auch unser Geist braucht Training und Wiederholung.

Manche Inhalte kannte ich bereits aus den drei Büchern von Dr. Joe Dispenza und aus The Formula. Trotzdem verstand ich bestimmte Aussagen beim zweiten oder dritten Kontakt plötzlich anders. Andere Dinge hatte ich schlicht vergessen und konnte sie wieder auffrischen. Und wiederum andere Inhalte wurden für mich erst durch die praktische Erfahrung wirklich greifbar. Genau diese Mischung aus vorhandenem Wissen, neuen Impulsen und unmittelbarer praktischer Erfahrung machte Tag 2 und Tag 3 für mich so wertvoll.

Der Austausch mit völlig fremden Menschen

Eine weitere Sache, die mir sehr gut gefallen hat, waren die kurzen Gesprächsphasen. Nach bestimmten Inhalten sollten wir uns mit unserem Sitznachbarn austauschen.

Was hast du verstanden?

Was hast du erlebt?

Was nimmst du gerade für dich mit?

Auf einmal sitzt du neben einem Menschen, den du vorher vielleicht überhaupt nicht kanntest, und sprichst über Themen, über die man im Alltag nicht unbedingt nach fünf Minuten miteinander redet. Genau das fand ich spannend. Aus passivem Zuhören wurde aktive Reflexion. Denn manchmal glaubt man, etwas verstanden zu haben, bis man versucht, es einem anderen Menschen in eigenen Worten zu erklären. In diesem Moment merkt man plötzlich, ob man einen Gedanken wirklich verstanden oder lediglich gehört hat.

Erfahrungsberichte, die emotional etwas mit einem machen

Ein besonders emotionaler Bestandteil solcher Veranstaltungen sind natürlich die Geschichten anderer Teilnehmer. Menschen berichten von Veränderungen ihrer psychischen Verfassung, ihrer Lebenssituation und teilweise auch von Entwicklungen im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen.

Solche Geschichten können einen berühren.

Sie können Hoffnung erzeugen.

Sie können einen zum Nachdenken bringen.

Und sie können die Frage auslösen: Was ist eigentlich alles möglich?

Gleichzeitig finde ich genau an diesem Punkt eine klare Einordnung wichtig. Ein persönlicher Erfahrungsbericht ist keine klinische Studie. Bei gesundheitlichen Veränderungen können medizinische Behandlungen, natürliche Krankheitsverläufe, Fehldiagnosen, spontane Verbesserungen und viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. Meditation kann für Menschen eine wertvolle Ergänzung sein. Bei Erkrankungen sollte sie aber nicht als Ersatz für medizinische Diagnostik oder notwendige Therapie verstanden werden.

Für mich persönlich verlieren diese Geschichten dadurch nicht automatisch ihren Wert. Ich betrachte sie als Inspiration und als Impuls. Als Einladung, Fragen zu stellen und selbst weiterzuforschen.

Meditation ist nicht einfach nur Esoterik

Was mich an diesem gesamten Themenfeld ebenfalls interessiert, ist die wissenschaftliche Seite. Meditation ist längst nicht ausschließlich ein esoterisches Thema. Zu verschiedenen Formen von Achtsamkeits- und Meditationstraining gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, unter anderem zu Stress, Angst, Aufmerksamkeit, Wohlbefinden und Schlaf. Die Größe und Verlässlichkeit der Effekte hängt dabei von Methode, Person und Qualität der jeweiligen Untersuchung ab.

Besonders spannend finde ich in diesem Zusammenhang das Thema Neuroplastizität. Unser Gehirn ist kein starres System, das irgendwann fertig programmiert ist. Es kann lernen und es kann sich an Erfahrungen anpassen. Neue Verbindungen können entstehen und häufig genutzte neuronale Netzwerke können gestärkt werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir jede Erkrankung einfach wegdenken können.

Aber für mich steckt darin trotzdem eine unglaublich kraftvolle Botschaft: Wir sind unseren bisherigen Denk- und Verhaltensmustern nicht vollständig ausgeliefert.

Wir können lernen und trainieren und uns somit verändern.

Und plötzlich war selbst das Essen nebensächlich

Eine kleine Beobachtung überraschte mich während des Wochenendes selbst. Die Tage waren lang und trotzdem hatte ich erstaunlich wenig Hunger.

Natürlich gab es ausreichend Pausen für Kaffee, Snacks, Mittagessen und kurze Erholung. Aber normalerweise kommt bei mir irgendwann während einer langen Veranstaltung der Gedanke: Wann gibt es endlich etwas zu essen? Dieses Mal war das anders. Mein Kopf war mit so vielen Eindrücken beschäftigt, dass Essen zeitweise tatsächlich zur Nebensache wurde.

Bekommt man für sein Geld genügend geboten?

Natürlich kostet ein solches Retreat Geld. Zusätzlich kommen je nach persönlicher Situation Hotel, Anreise, Verpflegung und eventuell die Übersetzung hinzu. Bei solchen Investitionen stelle ich mir immer eine einfache Frage: Was bekomme ich dafür?

Nach diesem Wochenende kann ich für mich sagen: Sehr viel!

Wir waren teilweise von ungefähr 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends beschäftigt. Das war kein Event, bei dem zwei Stunden Programm stattfinden und anschließend der halbe Tag frei ist. Die Tage waren super voll und genau deshalb hatte ich am Ende auch das Gefühl, einen entsprechenden Gegenwert erhalten zu haben.

Mein größtes Learning aus Basel

Wenn ich all diese Eindrücke auf einen einzigen Gedanken reduzieren müsste, wäre es wahrscheinlich dieser: Deine Vergangenheit muss nicht deine Zukunft bestimmen.

Wir können nicht verändern, was passiert ist.

Wir können eine schwierige Kindheit nicht rückgängig machen.

Wir können falsche Entscheidungen nicht ungeschehen machen.

Wir können Verletzungen nicht aus unserer Biografie löschen.

Aber wir können beeinflussen, wie wir heute damit umgehen.

Wir können Gewohnheiten hinterfragen.

Wir können neue Fähigkeiten lernen.

Wir können unseren Körper trainieren.

Wir können unsere Ernährung verändern.

Wir können Beziehungen anders gestalten.

Wir können unsere Aufmerksamkeit bewusster einsetzen.

…und wir können entscheiden, welchen Menschen wir in Zukunft verkörpern möchten.

Das bedeutet nicht, dass Veränderung einfach ist. Ganz im Gegenteil. Manchmal ist sie verdammt schwer. Aber Veränderung beginnt überhaupt erst, wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen.

Genau deshalb passt diese Erfahrung zu Spicy Zero

Für mich besteht Gesundheit schon lange nicht mehr ausschließlich aus gesunder Ernährung und Sport.

Ein gesunder Lifestyle basiert für mich auf mehreren Säulen: Ernährung, Sport, Mindset, Regeneration, Persönliche Entwicklung.

Ich kann meinen Körper perfekt trainieren und mich trotzdem jeden Tag innerlich selbst sabotieren. Ich kann aber genauso jeden Morgen meditieren und gleichzeitig meinen Körper komplett vernachlässigen. Beides ist für mich nicht ganzheitlich und genau deshalb beschäftige ich mich mit so unterschiedlichen Dingen wie Laufen, Krafttraining, Ernährung, Eisbaden, Breathwork, Meditation und Persönlichkeitsentwicklung. Nicht, weil ich glaube, dass eine einzelne Methode die Antwort auf alles liefert.

Sondern weil mich eine Frage antreibt: Welche Werkzeuge helfen mir dabei, mein Leben langfristig gesund, leistungsfähig und zufrieden zu gestalten?

Genau darin sehe ich auch die Verbindung zwischen diesem Retreat und meiner Philosophie hinter Spicy Zero.

Würde ich das Progressive Retreat weiterempfehlen?

Für Menschen, die sich bereits mit Dr. Joe Dispenza beschäftigen und seine Arbeit interessant finden, lautet meine persönliche Antwort: Ja, definitiv.

Man sollte meiner Meinung nach aber wissen, worauf man sich einlässt. Es handelt sich nicht um eine klassische wissenschaftliche Fachveranstaltung und nicht jede Erklärung oder Schlussfolgerung von Joe Dispenza entspricht dem wissenschaftlichen Konsens. Wer das im Hinterkopf behält und gleichzeitig offen für Meditation, Selbsterfahrung, Atemarbeit und Persönlichkeitsentwicklung ist, kann aus einem solchen Wochenende meiner Meinung nach unglaublich viele Impulse mitnehmen. Für mich persönlich war es eine Bereicherung und dass meine Frau neben mir saß und wir diese Erfahrung gemeinsam machen konnten, hat das Ganze für mich noch wertvoller gemacht. Es war nicht einfach nur ein Event, sondern gemeinsame Zeit, Lernen und Erleben und zudem der Beginn neuer gemeinsamer Erfahrungen.

Basel war für mich erst der Anfang

Nach drei intensiven Tagen war eines ziemlich schnell klar: Ich möchte noch tiefer in die Materie einsteigen! Das nächste Ziel existiert bereits in meinem Kopf und soll ein einwöchiges Retreat in Cancún werden! Wann? Das weiß ich heute noch nicht, das Universum wird es mir verraten.

Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung.

…und manchmal wissen wir beim Treffen dieser Entscheidung noch überhaupt nicht, wohin sie uns eines Tages führen wird.

Vielleicht nach Basel.

Vielleicht nach Cancún.

…oder vielleicht zu einer Version von uns selbst, die wir heute noch gar nicht kennen.

PS:Wir sind heute nicht mehr die Person von gestern.

Inspirierende Grüße

Matthias

 

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